Der Bürgerenergiefonds Schleswig-Holstein ist ein zentrales Förderinstrument des Landes, das gezielt Bürgerenergieprojekte in der frühen Planungs- und Startphase unterstützt. Besonders dort, wo klassische Finanzierungen oft nicht greifen, schließt der Fonds Finanzierungslücken und gibt Initiativen Sicherheit. Dank der jüngsten Aufstockung um fünf Millionen Euro auf insgesamt 15 Millionen Euro können noch mehr Projekte gefördert werden, die Bürgerbeteiligung, regionale Wertschöpfung und nachhaltige Energieerzeugung verbinden.
Ein herausragendes Beispiel für die Wirkung des Fonds ist der Bürgerwindpark Neuengörs-Weede. Seit über zehn Jahren begleiten wir die Initiatoren vor Ort und unterstützen die Projekte sowohl technisch als auch organisatorisch. Der Standort hat eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen: 2001 wurden die ersten sechs Windenergieanlagen mit jeweils 1,5 MW installiert, was einer Gesamtleistung von 9 MW entsprach. 2017 kamen sechs weitere Anlagen mit je 3,4 MW hinzu, wodurch die installierte Gesamtleistung auf rund 29 MW anstieg. Mit dem Repowering im Jahr 2025 wurden die alten Anlagen von 2001 zurückgebaut und durch fünf neue, leistungsstarke Windenergieanlagen mit jeweils 6,8 MW ersetzt. Dadurch vervierfachte sich die Nennleistung des Repowerings von 9 MW auf 34 MW. Zusammen mit den 2017er-Anlagen erreicht der Bürgerwindpark nun eine Gesamtleistung von 54 MW – ein anschauliches Beispiel dafür, wie Repowering, Bürgerenergie und moderne Windenergie Schleswig-Holstein effizient zusammenspielen.
Anlässlich der Erweiterung des Bürgerenergiefonds besuchte Energiewendeminister Tobias Goldschmidt den Bürgerwindpark. Dabei betonte er die Bedeutung solcher Projekte für Klimaschutz und regionale Wirtschaft:
„Ich sehe hier einen glücklichen Bürgermeister, glückliche Landwirte und ganz viel Engagement für den Klimaschutz und die Klimawende.“
Ebenfalls vor Ort war Jan Eike Schuldt, Geschäftsführer der Repower NW GmbH & Co. KG und Schuldt Concept, der die Rolle des Fonds aus Sicht der Projektverantwortlichen hervorhob:
„Der Bürgerenergiefonds gibt den Menschen Mut, ein solches Projekt anzugehen.“
Begleitet wurde der Termin von Markus Hrach vom Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (LEE SH), der sich seit Jahren für den Ausbau von Bürgerenergie und die Stärkung regionaler Akteure einsetzt.
Der Bürgerwindpark Neuengörs-Weede zeigt eindrucksvoll, wie gezielte Landesförderung, Bürgerbeteiligung und moderne Windenergietechnik zusammenwirken. Für uns ist er ein starkes Beispiel dafür, wie die Energiewende in Schleswig-Holstein langfristig, effizient und gemeinsam mit den Menschen vor Ort umgesetzt wird.
